Sie versteht sich nicht als Venture Capital Gesellschaft, sondern als strategischer Investor, der neben Kapital auch umfangreiche Kompetenzen und Knowhow in Unternehmen einbringt. Verwaltungsratspräsident Martin Kuster über den Fokus auf die «old economy» und das Rheintal als starken Standort, den es weiter zu stärken gilt.
Martin Kuster, Rheintal Assets konzentriert sich auf Unternehmen im Rheintal. Gibt es darüber hinaus bestimmte Kriterien für eine Beteiligung?
Von grosser Bedeutung ist für uns die Tatsache, dass wir unter Rheintal das österreichische Vorarlberg und das St. Galler Rheintal verstehen. In diesem Raum - natürlich kann hier auch das Fürstentum Liechtenstein eingeschlossen werden - wollen wir Unternehmen in Wachstumsphasen unterstützen. Wir stehen auch als Partner für Nachfolgelösungen bereit. Bei Unternehmen, die in Bedrängnis stehen, können wir als Sanierungspartner auf grössere Erfahrung bauen. Auch Start-up-Unternehmen haben wir erfolgreich begleiten dürfen, wenngleich wir hier sehr wählerisch sind, weil das Ausfallrisiko sehr hoch ist. Grundsätzlich investieren wir in Talente. Auch wenn Firmen bereits zwanzig oder mehr Jahre alt sind. In ihnen arbeiten Menschen mit verschiedenen Talenten. Wenn diese spannend genug sind, spannende Produkte oder Dienstleistungen produzieren oder bereitstellen, die wir nachvollziehen können, dann sind wir auf jeden Fall ein Gesprächspartner. Zuwenig Kenntnisse haben wir in der Biotechnologie, in Informatik und Software und in den Neuen Medien, weshalb wir in diesen Segmenten nicht investieren.
Setzen Sie darüber hinaus weitere Akzente bezüglich Branche und Art des Unternehmens oder sind Sie grundsätzlich für alles offen?
Wie gesagt: Im Prinzip müssen wir das Produkt oder die Dienstleistung verstehen können. «Old economy» wäre fachlich wahrscheinlich treffend. Wir stehen im Prinzip jeder unternehmerischen Idee gegenüber offen. Aber wir geben uns sehr stark Mühe, kritisch zu sein. Vor allem die Führungscrew des möglichen Investitionsobjektes muss uns überzeugen.
Suchen Sie in erster Linie selbst nach geeigneten Unternehmen oder wird in jüngster Zeit vermehrt auch bei Ihnen angeklopft?
Da freue ich mich, Ihnen sagen zu dürfen, dass wir mittlerweile in gewissen Kreisen bekannt sind. Immer öfter verweisen auch Banken auf die Rheintal Assets AG als möglichen Finanzierungspartner. Dabei muss allerdings gleich erwähnt werden, dass wir nur als Eigenkapitalgeber auftreten. Wir können also kein Ersatz für Bankfinanzierungen sein. Ja, es wird bei uns angeklopft. Interessante Leute haben interessante Geschäftsideen. Denken Sie an Envergate GmbH, bei welcher wir seit ein paar Wochen als Partner eingestiegen sind. Diese Leute entwickeln und produzieren einzigartige Windkraft-Anlagen. Hier können wir nicht nur als Finanzierungspartner helfen, sondern über unsere Tochter PSA Parts & Systems AG in Au/SG haben wir bei der Konzeption und Verwirklichung der Idee markant Unterstützung bieten können.
Im Unterschied zu reinen Beteiligungsgesellschaften streben Sie wenn möglich eine strategische Investition an. Was bringen Sie als Partner bei solchen Unternehmen konkret ein?
Die Rheintal Assets AG wurde von Unternehmern für Unternehmer gegründet. In unserem Aktionariat sind viele Unternehmer aus dem St. Galler Rheintal als auch aus dem Vorarlberg. Hier schlummert ein grosses unternehmerisches Wissen aus den verschiedensten Branchen. Dieses versuchen wir in unsere Beteiligungsobjekte einzubringen. Natürlich auch die Beziehungen, die sehr international sind. Konkret: Wir bringen unternehmensstrategische und betriebswirtschaftliche Führungskompetenz und im besten Fall auch fachspezifische Kenntnisse ein.
Wo sehen Sie besondere Stärken und Zukunftschancen in Bezug auf das Rheintal als Wirtschaftsstandort?
In Bezug auf die Stärken bin ich vor allem stolz auf die Arbeitsmoral auf dem Werkplatz Rheintal. Auch die gute Ausbildung, dank verschiedenster Ausbildungsstätten in den vielfältigsten Wirtschaftszweigen. Mutige junge Leute gründen immer wieder stimulierende Unternehmen. Unsere wesentliche Stärke ist die Qualität und Innovation. Wir können nur qualitäts- und innovationsorientiert punkten und mit einer hoch entwickelten Infrastruktur. Hier liegen unsere Pluspunkte, bei denen viele Regionen als Mitbewerber nicht mithalten können. Aber es ist unabdingbar, dass wir alle weiterhin arbeiten wollen.
Sie haben die Beteiligung bei der Envergate GmbH erwähnt. Deutet das auf ein geplantes stärkeres Engagement im Bereich erneuerbare Energien hin? Und könnte das Rheintal in diesem Segment aus Ihrer Sicht in Zukunft punkten?
Wir haben in der Tat in den letzten Monaten ein starkes Augenmerk auf die erneuerbaren Energien. Dies hängt mit unserem Verwaltungsratsmitglied Claus Steurer zusammen. Er hat langjährige, grosse und internationale Erfahrung in diesem Bereich. Deshalb werden wir auch zunehmend mit solchen Themen konfrontiert. Ich will nicht sagen, dass die Hinwendung zu dieser Branche geplant gewesen ist, aber wir nehmen uns diesem Bereich sehr gerne an, weil er sich auch als sehr interessant erweist.
Zum Unternehmen
Die Rheintal Assets AG mit Sitz in Diepoldsau ist vielfach als strategischer Investor tätig und strebt dabei die Einsitznahme in den Verwaltungsrat der Unternehmen, die begleitet werden an. Auch reine Finanzinvestitionen sind möglich, wobei in diesem Fall laut dem Unternehmen eine sorgfältige Kontrollfunktion ausgeübt wird. Eher die Ausnahme sind Investitionen in Jungunternehmen oder Start-ups. Zu den Beteiligungen gehören unter anderem: Brauerei Schützengarten AG, Casa Invest AG, Menzi Muck ACK, Plaston Holding AG, PSA Paul Schilling AG und die Envergate GmbH.
Raiffeisen übernimmt per 27. Januar 2012 die Notenstein Privatbank AG, in die das Nicht-US-Geschäft der Bank Wegelin & Co. übertragen worden ist. Raiffeisen sieht mit dem... »weiter
Die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell empfiehlt für die St.Galler Regierungsratswahlen vom 11. März 2012 vier Bisherige und zwei Neue. Namentlich sollen sich... »weiter
Die AFG Arbonia-Forster-Holding AG, einer der führenden europäischen Bauzulieferer, hat im vergangenen Geschäftsjahr unter den ungünstigen Wechselkursverhältnissen sowie unter... »weiter
Der chinesische Markt hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Viele Unternehmen verlagern die Herstellung ihrer Produkte in das Reich der Mitte. Die... »weiter