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Sind Äpfel die besseren Trauben?

Glühwein kennt jeder. Aber was ist Glühmost? Die Ostschweizer Variation des beliebten Wintergetränks wird seit beinahe drei Jahren von der Appenzeller Alpenbitter AG und der Thurgauer Mosterei Möhl AG hergestellt.

Heisser Most alleine macht noch keinen Glühmost. Damit sich dieser gegen den grossen Bruder Glühwein überhaupt erst behaupten kann, braucht es den typisch weihnachtlichen Geschmack. Orangen, Nelken, Zimt und mehr – dafür sorgt eine spezielle Kräutermischung der Appenzeller Alpenbitter AG.

So entsteht Glühmost
Wie Weihnachten in den Most kommt, das weiss Brennmeister Walter Gätzi am besten. Seit einigen Wochen hantiert er an zwei grossen Bottichen, um den Kräuterauszug für den Glühmost herzustellen Dazu setzt er einen Sud aus frischen Kräutern und Wasser auf, der mehrere Stunden einkocht. Dann wird das Konzentrat herausgefiltert und mit Zucker erneut erhitzt. «Der Zucker kann schon mal 150 Grad erreichen», erzählt Gätzi und rührt kräftig um, damit nichts festkocht.

Die richtige Mischung
Das Schwierige an der Herstellung – so der Brennmeister – sei, das richtige Verhältnis zu finden. «Ich mische exakt nach Rezept, aber wenn zu viel Wasser verdunstet, muss ich nachschütten. Denn am Ende sollen möglichst 250 Liter aus einem Bottich entstehen.» Auf diese Weise stellt Gätzi im Alleingang an einem Tag den Kräuterauszug für rund 1000 Liter Glühmost her.

Kräuter und Äpfel
Der fertige Kräuterauszug kommt in einen Tank zum Weitertransport und wird bei der Mosterei Möhl mit vergorenem Most vermischt. Nach ein paar Stunden ist der orangefarbene Glühmost in Flaschen abgefüllt und kann unter Umständen schon wenige Tage später beim lokalen Getränkehändler im Regal stehen. Dort – oder im Fabrikladen von Appenzeller Alpenbitter – findet man das Heissgetränk übrigens auch schon vor der Adventszeit.

Flexible Produktion
Dank der Partnerschaft der zwei Betriebe kommen beste Appenzeller Kräuter mit den berühmten Thurgauer Äpfeln zusammen ins Trinkglas. Vor beinahe drei Jahren wurde die gemeinsame Produktion gestartet. Und dank des geringen Personalaufwands ist man flexibel. «Wir produzieren, wenn der Bedarf an Glühmost da ist», erklärt Betriebsleiter Christian Roth. Für die Weihnachtsproduktion heisst es aber schon mal Vorarbeit leisten, damit sich der Ostschweizer Glühmost als süsse und geschmacklich intensive Alternative zum Glühwein präsentieren kann.

Bild: Der Kräuterauszug wird von Brennmeister Walter Gätzi mit Zucker aufgekocht.