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Dynamische Randregionen

Die Zentren gelten gemeinhin als Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung. Innerhalb der Ostschweiz war es in der Zeit zwischen 2011 und 2015 aber keineswegs die Zentrumsregion St.Gallen, welche die höchste Dynamik aufwies. Vielmehr stammten die stärksten Impulse aus anderen Regionen.

Beim Bevölkerungswachstum erreichten die Bezirke des Kantons Thurgau und das St.Galler Rheintal die höchste Dynamik. Auch bei der Beschäftigung kamen die stärksten Impulse aus dem Thurgau. Appenzell Innerrhoden, die Regionen Hinterland von Ausserrhoden, Toggenburg und Linthgebiet wuchsen ebenfalls kräftig.

Einige Ostschweizer Regionen punkten vor allem als Wohnort, mit attraktiven, aber erschwinglichen Wohnlagen für Familien. Sie sind damit nicht zuletzt für Pendler in die Zentren Zürich und St.Gallen oder nach Liechtenstein attraktiv. Die Kernregion Ostschweiz (AI, AR, SG, TG) bietet mit ihrer stark diversifizierten Branchenstruktur aber auch vielfältige lokale Beschäftigungsmöglichkeiten. Resultat ist ein breit diversifiziertes regionales Wachstum.

Thurgau und Rheintal mit stärkstem Bevölkerungswachstum
Die Städte haben seit Beginn des Jahrtausends wieder an Attraktivität als Wohnort gewonnen. Das grösste Bevölkerungswachstum findet allerdings nach wie vor in den Agglomerationen und im ländlichen Raum statt. Dieses Muster zeigt sich in der Ostschweiz ausgeprägt. Beim Ostschweizer Bevölkerungswachstum waren die Thurgauer Bezirke und die drei St.Galler Wahlkreise im Rheintal führend. Dagegen stagnierte die Stadt St.Gallen in den letzten Jahren, was auch die Agglomerationsgemeinden nicht vollständig kompensieren konnten. Das Wachstum stammte damit vor allem von den Randregionen.

Schwieriges 2015 hinterlässt Spuren bei Beschäftigung
Beim Wachstum der Beschäftigung zeigen sich die Auswirkungen des schwierigen Jahres 2015. Als Folge des Frankenschocks sank die Beschäftigung in der Ostschweizer Industrie (inklusive Bau) seit 2011 um 1.3%. Ein Wachstum der Dienstleistungen von ebenfalls 1.3% konnte dies dank des höheren Anteils der Dienstleistungen aber mehr als kompensieren. Insgesamt resultierte noch ein Wachstum von 0.3%, etwas unter dem schweizerischen Wert von 0.5%. Der Stellenverlust in der Industrie traf vor allem die stark industriell geprägten Regionen.

Grosse regionale Unterschiede beim Beschäftigungswachstum
Auch bei der Beschäftigung kamen die stärksten Impulse aus dem Thurgau, wo mit Münchwilen, Weinfelden und Kreuzlingen drei der fünf Bezirke ein überdurchschnittliches Wachstum erzielen konnten. Überdurchschnittlich schnitten auch Innerrhoden, das Hinterland von Ausserrhoden, das Linthgebiet und das Toggenburg ab. Relativ schwach war das Wachstum dagegen im stark durch die Industrie geprägten Bogen von Arbon bis Sargans. Dank der Erholung der Industrie, welche 2016 einsetzte, dürfte sich dies in den Folgejahren aber wieder ändern. Die Region St.Gallen lag dank der starken Bedeutung der Dienstleistungen, nicht zuletzt der staatlichen und staatsnahen Bereiche wie Gesundheit, Bildung und Soziales, bei der Beschäftigungsentwicklung in etwa im regionalen Durchschnitt.

Mehr im «IHK-Research Zoom»
Ausführlichere Informationen finden sich im neuen «IHK-Research Zoom: Randregionen mit hoher Dynamik» von Dr. Frank Bodmer. Die Onlinepublikation «IHK-Research Zoom» beleuchtet in unregelmässigen Abständen volkswirtschaftliche Zusammenhänge und bietet fundierte und aktuelle Fakten. Zuletzt erschienen ist «Dienstleistungen stützen Ostschweizer Wachstum» (März 2018).