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Innovationstreiber für Holzwirtschaft

Vernetzen, das Potenzial entfalten und sensibilisieren: Das wollen rund ein Dutzend Unternehmen aus der Holzbranche rund um den Säntis, um die in der Ostschweiz stark verwurzelte Branche für die Zukunft weiter zu stärken. Sie haben sich in einem Verein zusammengeschlossen, um einen «Säntis Innovations-Cluster Holz» aufzubauen. Am Dienstagabend, 12. Juni, findet in Wattwil das «1. Forum Säntis Innovations-Cluster Holz» statt.

Die Holzwirtschaft ist rund um den Säntis stark verankert. Vor allem die Holzbauwirtschaft ist international hoch angesehen. Ostschweizer Unternehmen gehören zur Weltspitze, vom Engineering über das Design bis zur Ausführung. «Wenn weltweit irgendwo rund ums Holz eine Herausforderung unlösbar erscheint, kann sie häufig von Ostschweizer Holzbaubetrieben erfolgreich gelöst werden», weiss Martin Antemann, Geschäftsführer des neuen Vereins «Säntis Innovations-Cluster Holz», aus langjähriger Erfahrung als Projektleiter von Holzbauten auf der ganzen Welt. «Doch die Konkurrenz schläft nicht. Wir müssen uns laufend verbessern und als Pioniere neue Lösungen aus traditionell Bewährtem und Neuem entwickeln.»

Innovation durch Vernetzung
Zugleich ist die Ostschweizer Holzwirtschaft geprägt von Klein- und Kleinstunternehmen. Diese müssen qualifizierten Nachwuchs rekrutieren können und innovativ sein. Viele sind das – sie können jedoch keine Forschungs- und Entwicklungsabteilungen betreiben, sondern müssen sich gezielt in praktischen Projekten austauschen können. «Mit unserem Verein bauen wir eine Vernetzungsplattform, aus der Branche für die Branche», erklärt Präsident Stefan Müller, Inhaber und Geschäftsführer der S. Müller Holzbau AG in Wil. «Heute boomt der Holzbau. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen unsere Kompetenzen und unser Wissen besser vernetzen, um unsere Stärken weiter auszubauen. In unserer Vision ist die Region um den Säntis die Nr. 1 der Welt rund ums Holz.»

Cluster als Innovationstreiber
Der Verein will im «Säntis Innovations-Cluster Holz» alle relevanten Anspruchsgruppen – Wirtschaft, Unternehmen, Zulieferer, Wissenschaft, Bildung, Forschung, Politik – zusammenführen und gezielt vernetzen. Der Cluster wird so zum Innovationstreiber, der zu einzigartigen Produkten und umfassendem Wissen führt und die Wettbewerbsfähigkeit aller Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Produktionskette stärkt. Dies soll über drei Teilprojekte geschehen (siehe Box): in einer sogenannten Innovationszelle, in einem Versuchsumfeld innerhalb eines «FabLab» und mit aktiver Sensibilisierung für den Bau- und Werkstoff Holz. Als Aktionskreis hat der Verein die Region weiträumig rund um den Säntis im Blick, von Kreuzlingen bis Chur und von Zürich bis Vaduz im Fokus. Eine starke Achse bildet etwa die Linie von Rapperswil über Wattwil und Herisau bis St.Gallen – dies nicht nur mit Blick auf die dortigen Unternehmen, sondern auch mit Blick auf die Bildungs- und Forschungsinstitute, von der HSR Rapperswil über die Berufsbildungszentren Wattwil und Herisau bis zur EMPA und zur Fachhochschule St.Gallen.

Mitglieder und Mittel akquirieren
«Das Konzept steht», erklärt Stefan Müller. «Jetzt geht es darum, über das Dutzend Unternehmen hinaus, das unseren Gründer-Kern bildet, Mitglieder zu akquirieren und die nötigen Mittel für den Aufbau der Angebote und Strukturen zu beschaffen.» Dafür geht der Vorstand des Vereins einerseits gezielt auf Mitglieder-, Partner- und Gönnersuche, anderseits ist ein Antrag auf einen Anschubbeitrag der öffentlichen Hand im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) in Prüfung. Zugleich startet der Verein am 12. Juni in Wattwil mit dem «1. Forum Säntis Innovations-Cluster Holz» in Wattwil in die Vernetzung. «So werden die Mehrwerte, die der Cluster seinen Mitgliedern, Partnern und Gönnern bringt, sichtbar», ergänzt Martin Antemann. «Am Forum werden etwa der international renommierte Thuner Holzbauingenieur Stefan Zöllig und der hoch innovative Savogniner Holzbauunternehmer Enrico Uffer aus eigener Erfahrung Inputs dazu geben, wie sie in Projekten mit Partnern und dank der Digitalisierung immer wieder neue Innovationen kreieren.»

Innovationszelle, «FabLab» und Sensibilisierung
Der «Säntis Innovations-Cluster Holz» ist ein überregionaler, betriebs- und spartenübergreifender Verein, der sich der Förderung von Innovation, Vernetzung und Sensibilisierung rund um den Roh-, Bau- und Werkstoff Holz verschrieben hat. Dafür hat er ein Konzept mit drei Teilprojekten entwickelt:

Innovationszelle
In einem sogenannten Vernetzungsraum ermöglicht, koordiniert, fördert und initiiert der Verein den Austausch und Wissenstransfer von und mit erfolgreichen Unternehmen der Branche in Peergroups, aber auch von und mit Sachverständigen aus Forschung, Wissenschaft, Lehre und Berufsbildung, sei das in Workshops und Arbeitsgruppen, sei das in gemeinsamen Projekten.

FabLab
Eine wachsende Werkstatt mit Arbeits- und Testumgebungen soll die optimale Umgebung für praktische Entwicklungen, Aus- und Weiterbildungen bieten. Hier können Firmen im Rahmen von Produkt-, Projekt- und Prozessentwicklungen Testläufe im digitalen und realen Umfeld machen und Prototypen umsetzen. In Wattwil bietet sich auf dem Areal Austrasse die ideale Gelegenheit, ein «FabLab» einzurichten, das synergetisch in einen grösseren «Werkraum» eingebunden ist. Dieser soll u. a. ein neues «Kurszentrum Holz» (ÜK-Zentrum) für die überbetrieblichen Kurse der St.Galler Sektion von «Holzbau Schweiz» und des regionalen Schreinerverbands in ihren Berufsausbildungen umfassen. Die Gemeinde Wattwil hat dafür als ersten Schritt zur Arealaufbereitung einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, dessen Resultate noch im Mai 2018 präsentiert werden sollen.

Sensibilisierung
Mit Fachevents, auf Messen, an Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie über digitale Plattformen will der Verein für den hohen Wert und die herausragende Qualität der Ostschweizer Holzwirtschaft sensibilisieren. «Dabei geht es nicht nur um unsere Community, sondern auch um die Öffentlichkeit», erklärt Stefan Müller. «Als Zeichen und zur Wahrnehmung der Leistungskraft der Ostschweizer Holzwirtschaft müssen in der Ostschweiz herausragende Referenzobjekte entstehen. Leuchturmprojekte rücken das Thema Holz stärker in ein breites Bewusstsein. Der Innovations-Cluster kann dabei Ideen- und Ratgeber sein.»

Viel Praxis-Know-how dank breit abgestütztem Vorstand
Der Vorstand des Vereins «Säntis Innovations-Cluster Holz» setzt sich zusammen aus neun Gründungsmitgliedern aus dem gesamten Einzugsgebiet der fünf Kantone: Christian Blumer, Architekt, Teufen AR; Hermann Blumer, Création Holz AG, Waldstatt AR; Franz Frefel, Casa-Vita / Frefel Holzbau AG, Mollis GL; Sepp Fust, Lignum Holzkette St.Gallen, Dreien SG; Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident, Wattwil SG; Albert Manser, Manser Holzbau AG, Gonten AI; Christoph Meier, SJB.Kempter.Fitze, Pfyn TG; Stefan Müller, S. Müller Holzbau AG, Wil SG (Präsident); Adrian Scherrer, treppenbau.ch, Ganterschwil SG. Als Geschäftsführer hat der Vorstand Martin Antemann, Wolfhalden AR, gewählt. Der gelernte Bauingenieur und Zimmermann ist für Design-to-Production in Erlenbach ZH tätig und verfügt über langjährige Erfahrung als Projektleiter im Holzbau weltweit.