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Mutige Veränderer im Thurgau

Am 21. Wirtschaftsforum Thurgau vom 1. September zeigten die Referenten auf, wie man mutig neue Schritte geht und die Schweiz zum Chancenland macht. "Stargäste" des Abends waren die Sportlerinnen Heidi Diethelm Gerber und Dominique Gisin, Post-Chefin Susanne Ruoff, SFS-Präsident Heinrich Spoerry und Altabt Gregor.

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„Mut steht am Anfang, Glück am Ende“, zitierte Rico Kaufmann, Vizepräsident des Thurgauer Gewerbeverbandes, einen griechischen Philosophen zur Einleitung des 21. Wirtschaftsforums Thurgau (WFT). Das WFT, so Kaufmann, sei eine wichtige Veranstaltung und bringe dieses Jahr Referenten unterschiedlichster Branchen und Herkunft auf die Bühne. Eine Bühne, auf der Mona Vetsch einmal mehr kompetent und charmant Regie führte.

Die Schweiz – ein Chancenland
Nicolas Zahn, Politaktivist und Mitgründer der „Operation Libero“, hat sich mit seinen parteiunabhängigen Mitstreitern zum Ziel gesetzt, die Schweiz zum Chancenland zu machen. Er sieht „Operation Libero“ auch als Labor, wo Ideen ausgebrütet und Massnahmen angestossen werden. Aus den letzten drei Jahren, in denen sie viel Erfolg gehabt hätten, nehme er viel mit, so Zahn. „Operation Libero“ habe mitgeholfen, die Schweiz offener zu machen und die Vision einer liberalen Schweiz ein gutes Stück zu verwirklichen. Die Bewegung will sich weiter engagieren, vor allem für Bildung, smarte Vernetzung und Mitsprache – weltweit.

Reichtum ist Macht
Mut bewiesen hat auch Altabt Gregor, als er mit 34 Jahren die Managerkarriere an den Nagel hängte und Priester wurde. Für ihn bedeutet Reichtum Macht, Macht, die aber auf gute Art genutzt werden müsse. Der Markt, der Kapitalismus sei nicht heilig, aber nützlich. Nach seiner Meinung muss der Kapitalismus aber mit sozialer Verantwortung verbunden sein. Dazu notwendig seien viele Tugenden – sowohl Kardinaltugenden als auch eigene, positive Tugenden wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Wer so zu Geld komme, dürfe sich darüber freuen. Was aber mit dem Geld tun? Reichtum müsse man wieder loswerden, indem man investiere, statt darauf sitzen zu bleiben.

Immer schneller, immer besser – die Post baut um
Reichtum ist auch bei der Post ein Thema – vor allem der Reichtum an Ideen für die Zukunft. Denn die Post müsse sich wesentlich schneller entwickeln, als es aus einer Aussensicht notwendig sei, so Post-Chefin Susanne Ruoff. Dies vor allem, weil es digitale Technologien zu nutzen gelte, aber auch, weil neue Anbieter die Post bedrängen. Der Umbau sei ein sehr emotionales Thema. Trotzdem sei eine Neuausrichtung notwendig, die auch Poststellen-Schliessungen beinhalte. Der Thurgau werde dadurch keinesfalls zum „Ödland“, beruhigte Ruoff. Im Gegenteil: Nach dem Umbau habe man mit 72 Filialen und Partnerbetrieben eine stärkere Präsenz als heute.

Aus der „voralpinen Brache“ an die Weltspitze
Heinrich Spoerry, SFS-Präsident, zitierte zu Beginn seines Vortrages eine Studie aus Zürich, die die Ostschweiz und das Rheintal als „voralpine Brache“ betitelt. Aus dieser „Brache“ heraus hätten sich dank Engagement, Arbeitsethos und günstiger Rahmenbedingungen viele Weltmarkt-Player entwickelt. Die heutigen Anforderungen an einen Industriebetrieb definiere aber der internationale Kunde als Entwicklungs- und Lieferpartner. Die SFS habe darum immer global gedacht und auch internationale Akquisitionen getätigt. Leidenschaft, der Wille zur Weltklasse und damit Geld verdienen – dies definiere den Erfolg der SFS heute, so Spoerry. Trümpfe der Ostschweizer Industrie seien die fleissigen, gut ausgebildeten Menschen, das duale Ausbildungssystem, die relativ effizienten Behörden und gute Infrastrukturen. Handicaps seien das hohe Kostenniveau und die Ängste vor Fremdbestimmung. Er betonte: Eine Kündigung der bilateralen Verträge wäre verheerend.

Träume verwirklichen
In der Diskussion zeigten die Sportschützin Heidi Diethelm Gerber, der Immobilienunternehmer Alfred Müller und SFS-Präsident Heinrich Spoerry auf, wie wichtig ihnen mutige Entscheidungen sind. Dabei sei ihnen die Heimat respektive der Heimmarkt immer wichtig gewesen. Und: Auch aus der Ostschweiz heraus könne man Weltklasse werden. Mutige Entscheidungen musste die ehemalige Skirennfahrerin Dominique Gisin öfters fällen – nach jeder Operation habe sie wieder aufstehen und entscheiden müssen, ob sie weitermachen solle. Ihr Coach Chris Marcolli zeigte auf, in welcher Phase ein Sportler vom Anfänger zum Weltklasseprofi wird. Dabei seien in unterschiedlichen Phasen die Eltern, Coach und der Sportler wichtig. Leiden, Zurückweisung, Zweifel, Wendepunkte und – 2005 – endlich der Durchbruch: Dominique Gisin faszinierte mit ehrlicher Rhetorik und erzählte mit Witz, wie sie es vom Kindertraum zum Olympiasieg schaffte. IHK-Präsident Christian Neuweiler packte die schwierige Aufgabe, einen hervorragenden Nachmittag mit einem spannenden Referat abzuschliessen.