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Susanne Ruoff tritt zurück

Susanne Ruoff, Chefin der Schweizerischen Post AG, hat ihren Rücktritt erklärt. Sie war wegen des PostAuto-Skandals unter Druck geraten: PostAuto hat auch die Ostschweiz um etwa 7,5 Millionen Franken geprellt. Ruoff übernehme nun die Verantwortung für die Umtriebe in dem Unternehmenszweig, teilte ihre Kommunikationsagentur mit.

Insgesamt rund 25 Millionen bezahlten die Ostschweizer Kantone (SG, TG, AR, AI) seit 2007 jährlich an die PostAuto AG. Mit Buchhaltungstricks erreichte die Post-Tochter, dass ihr Bund und Kantone zu viele Subventionen bezahlten, und erzielte damit einen – gesetzeswidrigen – Gewinn von rund drei Prozent. Drei Prozent von 25 Millionen machen 750'000 Franken, mal zehn Jahre: 7,5 Millionen schuldet PostAuto der Ostschweiz also im Minimum.

Susanne Ruoff habe nach Einsicht in die Untersuchungsberichte festgestellt, dass es zwischen 2007 und 2015 «Hinweise auf die widerrechtliche Buchungspraxis bei PostAuto » gegeben habe, schreibt nun ihre Kommunikationsagentur in einer Medienmitteilung.

Es gebe zwar keine Beweise, dass Ruoff von der Praxis Kenntnis hatte. Ruoff hält fest, dass sie nichts von den fiktiven Buchungen gewusst haben will, die auch schon vor ihrer Zeit als Chefin getätigt worden waren. Sie habe sich auf interne und externe Kontrollen verlassen. Als Konzernleiterin des drittgrössten Konzerns der Schweiz übernehme sie aber «selbstverständlich die Gesamtverantwortung».

«Für die Vorfälle und die Unruhe bei Postauto möchte ich mich persönlich entschuldigen», lässt sich Susanne Ruoff zitieren. Der Post-Verwaltungsrat hat ihre Kündigung zur Kenntnis genommen.